Eine totale Erschöpfung, dauernde Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und schmerzende Glieder. Eine Grippe? Nein, diese und andere mühsame Symptome deuten leider, wenn sie mehr als sechs Monate andauern, auf CFS hin.
So vielschichtig die Krankheit ist, so viele Namen hat sie auch. Chronic Fatigue Syndrome (CFS) heisst die Krankheit im englischsprachigen Raum und unter Medizinern. Bei uns wird vom Chronischen Müdigkeitssyndrom oder dem Chronischen Erschöpfungssyndrom gesprochen. Um der Bedeutung der mannigfaltigen Einschränkungen gerechter zu werden, ist der Begriff Chronisches Erschöpfungssyndrom eher angebracht. Im Nachfolgenden wird aber dennoch von CFS gesprochen, da in der Schweiz die Selbsthilfegruppen auch unter diesem Kürzel existieren.
Wie äussert sich CFS ? Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit einigen oder etlichen der folgenden Beschwerden zum Arzt: Allgemeine Erschöpfungszustände, eine bleierne, bald chronische Müdigkeit, lästige Blähungen, pochendes Kopfweh, entzündete Augen. Schmerzhafte Gelenkentzündungen, der Verlust oder eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnises, immer wiederkehrende Schlafstörungen, Fieber, beunruhigende Sehstörungen. Sie konsultieren verschiedene Ärzte und es werden die verschiedensten Diagnosen gestellt. Sie probieren immer wieder neue Therapien aus, ohne nennenswerten Erfolg. Irgendwann dann bekommt die Krankheit einen Namen: CFS. So oder zumindest ähnlich muss es bis vor einiger Zeit vielen Betroffenen ergangen sein. Nachdem die Krankheit in den vergangenen 15 bis 20 Jahren in den angelsächsischen Ländern epidemisch aufgetreten war, begann man sie endlich zu erforschen.
Woher kommt CFS ? Das ernsthafte chronische Leiden kann schlagartig mit einem Virusinfekt, einer Impfung oder einer Operation beginnen.. Inzwischen wurde auch klar, dass Infektionsstoffe eine wichtige Rolle spielen bei der Entstehung von CFS: Die Hypothese einer Immunentgleisung nach einer (viralen) Infektion ist nach wie vor aktuell. Weitere mögliche CFS-Auslöser könnten Stress, Umweltgifte oder eine Immunschwäche sein. Das Erkennen von CFS stellte und stellt sich teilweise immer noch als kompliziert heraus. Da die Gründe einer Müdigkeit neben CFS auch in anderen Krankheitsbildern vorkommen können, müssen zuerst diese Krankheiten ausgeschlossen werden.
Bei der „zweiten" Stufe, der chronischen Müdigkeit, wird der Kreis schon enger. Doch erst wenn auch andere klinische Zustände, die ähnliche Merkmale erzeugen, durch eine gründliche Evaluation (Krankheitsgeschichte, diverse Untersuchungen, adäquate Laborbefunde) ausgeschlossen werden; können die Kriterien für die Diagnose CFS gestellt werden. Als Leitfaden steht dabei im Vordergrund die klinisch gesicherte, unerklärliche, anhaltende oder immer wiederkehrende Erschöpfung. Dies, wenn sie neu oder zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgetreten ist, d.h. nicht schon lebenslang besteht. Des weiteren nicht die Folge einer fortgesetzten Belastung ist und sich die Erschöpfung auch nicht durch eine lange Ausruhzeit spürbar bessert. Und zuletzt zu einer ausgeprägten Einschränkung früherer beruflicher, sozialer oder persönlicher Aktivitäten führt.
Oftmals sind diese Menschen nämlich auch nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen, Alle Symptome können sich nach geistiger, körperlicher oder seelischer Überanstrengung verschlimmern. Da man den wenigsten Betroffenen die Krankheit ansieht, stossen sie bei der Schilderung ihrer Krankheit zu Unrecht auf Unverständnis. Zu oft noch werden sie noch als Faulpelze und Phlegmatiker deklassiert.
Was tun bei CFS? Vielleicht ist es beruhigend, dass bei CFS, im Gegensatz zu anderen chronischen Krankheiten, mit der Zeit normalerweise keine typische progressive Verschlimmerung eintritt, es dem Betroffenen also nicht ständig schlechter geht. Nach einem akuten Ausbruch der Krankheit folgt eine Phase mit einer zyklischen Zu- und Abnahme der Symptome. In der Genesungsphase nimmt die Intensität dieser Zyklen langsam ab. CFS ist nach Studien an Patientengruppen und ihren Kontaktpartnern nicht ansteckend.
Leider sind die bis jetzt bekannten Behandlungsmöglichkeiten noch ungenügend. Auch wenn es einige Therapieansätze gibt (z.B. verschiedene Atem- und Entspannungstechniken), ist eine allgemein anerkannte Therapie ist noch nicht gefunden. Erforscht werden momentan Medikamente, die zur Verbesserung oder gar Heilung führen könnten. Eine Ernährungsumstellung, Homöopathische oder naturheilkundlichen Behandlungen, eine psychotherapeutische Begleitung sowie eine sehr leichte sportliche Betätigung können zwar hilfreich sein, müssen aber auf jeden einzelnen Patienten speziell abgestimmt werden. Auch bei CFS gilt: Ein „Hören auf den Körper" ist immer noch die beste Lösung.
Quellen: William Collinge: Das chronische Müdigkeitssyndrom, Oesch Verlag 1995
Das Chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome = CFS) ist durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung / Erschöpfbarkeit und weitere, individuell unterschiedliche Symptome charakterisiert. Die Erschöpfung muß mindestens 6 Monate andauern und zu einer schwerwiegenden Leistungsminderung gegenüber früher Gewohntem führen. Anders als der Name es nahelegt, macht die Erschöpfung nur einen Teil des CFS aus.
Zum Krankheitsbild gehören Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten, Nervenzuckungen und Kribbeln im Körper, Depressionen, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Allergien, subfebrile Temperaturen, sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustandes nach Anstrengung und vieles mehr.
Bei der Mehrzahl der Erkrankten entwickelt sich die Krankheit schlagartig nach einem benennbaren Ereignis. Andere berichten von einer schleichenden Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes. Die Beschwerden können über Jahre hinweg anhalten. Ursachen und Krankheitsmechanismen des CFS sind bis heute nicht bekannt. Immunfehlfunktionen oder -defekte, Viren, hormonelle Störungen, Pilze, psychische Faktoren, anhaltender Streß oder Umweltgifte werden international als Auslöser diskutiert. Kern der Erkrankung ist offenbar eine Schwächung bzw. chronische Aktivierung des Immunsystems.
Nachts durchgeschlafen und sich morgens trotzdem wie gerädert fühlen?
Dieses Gefühl kennt sicher jeder von uns. Doch es gibt Menschen, die jeden Tag müde und kraftlos sind. Nicole Krüger aus Hannover leidet an dieser Krankheit: dem Chronischen Erschöpfungssyndrom, kurz CFS. Doch es sind nicht nur die Symptome, die die 37-Jährige quälen. Patienten, wie Nicole kämpfen auch gegen die Unwissenheit von Ärzten und gegen falsche Behandlungsmethoden.