Im Falle einer länger als einen Monat bestehenden Insomnie, die den Betroffenen in seiner Tagesbefindlichkeit schwer beeinträchtigt, wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, um einer Verselbständigung des Symptoms Schlafstörung vorzubeugen.
Sollte sich die Schlafstörung in absehbarer Zeit trotz eingeleiteter Interventionen nicht wesentlich bessern, so wird der konsultierte Arzt den Patienten an ein schlafmedizinisches Zentrum weiterleiten, in welchem speziell ausgebildete Mediziner, Biologen und Psychologen bei der Behandlung eng zusammenarbeiten.
Jeder kennt diese teilweise spektakuläre Form der Schlafstörung: in den Traumphasen bewegen sich die Menschen, gehen umher oder verhalten sich teilweise wie im Wachzustand indem sie die Wohnung putzen oder sonstige Tätigkeiten ausführen. Das berühmte &auf dem Dach umher stolzieren... kann dabei durchaus auftreten, wenn es auch nicht an der Tagesordnung ist. Während solcher Handlungen sollten die Träumer jedoch nicht geweckt werden! Erwachen sie nämlich in einer solchen Situation, kann demjenigen schnell die gefährliche Situation in der er sich befindet bewußt werden und es kann zu Fehlreaktionen führen!
Parasomnien werden in vier Gruppen unterteilt:
* Aufwachstörungen (nur teilweises Erwachen aus dem Schlaf) * Schlaftrunkenheit (Zustand der Verwirrtheit nach dem Erwachen) * Schlafwandeln (komplexe Verhaltensweisen, die aus dem Tiefschlaf beginnen und bis zum Gehen im Schlaf führen können) * Pavor nocturnus (Plötzliches schreckhaftes Erwachen aus dem Tiefschlaf mit Schrei und intensiver Furcht * Störung des Schlaf-Wach-Übergangs (Störungen beim Übergang vom Wach- zum Schlafzustand); Auswahl: * Einschlafzuckungen (Plötzliche Kontraktionen der Beine beim Einschlafen) * Sprechen im Schlaf ( sprachliche Äußerungen im Schlaf ohne Wahrnehmnung) * REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien (Parasomnien, die im REM-Schlaf auftreten; Auswahl): * Alpträume ( Angserregende Träume, die den Schläfer wecken) * Schlaflähmung (Beim Einschlafen oder Aufwachen auftretende Zustände, in der willkürliche Bewegungen nicht möglich sind). * Andere Parasomnien; Auswahl: * Bruxismus (Nächtliches Zähneknirschen) * Primäres Schnarchen (laute Atemgeräusche der oberen Luftwege)
Parasomnien
Störungend des Schlafes werden mit dem Begriff der Parasomnie bezeichnet, die beim Erwachen, beim partiellen Erwachen oder bei Schlafstadienwechsel auftreten, und somit den Schlafprozess unterbrechen.
Es werden diverse Parasomnien unterschieden. Einige finden Sie hier näher erläutert.
Schlafwandeln (Somnambulismus) Komplexe Verhaltensweisen im Schlaf, vom einfachen Aufsetzen bis zur konkreten Tätigkeit im Haushalt. Am Schluss Erinnerungslosigkeit.
Albträume Relativ langes, vor allem angstbesetztes Traumerleben mit plötzlichem Erwachen und furchtsamer Erinnerung an den schrecklichen Traum.
Pavor nocturnus Abruptes nächtliches Aufschrecken aus dem Tiefschlaf mit massiven Ängsten, z.T. Schreien, Umsichschlagen, auf jeden Fall Schweißausbrüchen und Herzrasen; und nach dem Erwecken verwirrt, desorientiert und ohne Erinnerung.
Bruxismus (Zähneknirschen) Rhythmisches Aufeinanderpressen und Verschieben der oberen und unteren Zahnreihen mit ggf. Mahlgeräuschen und entsprechenden Zahnveränderungen.
Enuresis nocturna Wiederholtes unwillkürliches Einnässen im Schlaf bzw. am Übergang vom Schlaf zum Wachsein.
Schlaftrunkenheit Nicht jeder ist nach dem Erwachen aus dem Tiefschlaf sofort "da". Doch hier handelt es sich um eine über Minuten bis Stunden dauernde Verwirrtheit, ja zeitliche und örtliche Desorientierung sowie geistige und körperliche Verlangsamung. Und keine Erinnerung danach.
Jactatio capitis nocturna Rhythmische stereotype Bewegungen, vor allem des Kopfes und Nackens, im Übergang vom Einschlafen zum leichten Schlaf.
Einschlafmyoklonien Plötzliche, kurze Bewegungen der Beine, manchmal auch der Arme und des Kopfes während des Einschlafens.
Nächtliche Beinkrämpfe Schmerzhafte muskuläre Verspannungen, vor allem in den Waden.
Schlafparalyse Unfähig zur willkürlichen Körperbewegung während des Einschlafens oder nach dem Erwachen (also im Gegensatz zur Narkolepsie an bestimmte Zeitpunkte gebunden).
Schlafbezogene schmerzhafte Peniserektionen Meist beim Erwachen aus dem Schlaf, in der Regel mit bestimmten Traumerinnerungen verbunden. Kein Lustempfinden, sondern Schmerzen.
Unser Tipp
Dr. med. Christop Schenk ist einer der bedeutendsten Schlaftherapeuten und Schlafwissenschaftler in Deutschland. Weitere Videos von Dr. Schenk oder/und bei SCHNARCHERTV