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Schlafstörungen PDF Drucken E-Mail
Von einer Schlafstörung spricht man dann, wenn jemand mindestens dreimal wöchentlich über einen Monat lang mit dem Ein- oder Durchschlafen Probleme hat. Das Ursachenspektrum ist groß, sodass eine umfassende Diagnostik z.B. in einem Schlaflabor notwendig ist. Man unterscheidet verschiedene Formen:
  • Primäre (psychophysiologische) Schlaflosigkeit: Grund können erhöhte körperliche und geistige Anspannung sein, etwa das Grübeln über Sorgen. Mancher assoziiert das Zu-Bett-Gehen schon mit dem Nicht-schlafen-Können, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Hier können Entspannungstechniken helfen.
  • Narkolepsie: Durch eine Regulationsstörung im Wach-Schlafzentrum im Gehirn kommt es zu plötzlichen Schlafattacken. Betroffene schlafen z. B. bei eintönigen Tätigkeiten wie dem Fernsehen ein, in der Nacht wachen sie aber immer wieder auf.
  • Restless legs-Syndrom: Gefühlsstörungen in den Beinen drängen Betroffene, die Beine immer bewegen zu müssen, wobei sich die Symptome in Ruhephasen und nachts verschlechtern.
  • Schlafapnoe-Syndrom: Die wiederholten nächtlichen Atemstillstände für mehr als zehn Sekunden betreffen meist Schnarcher, bei denen es zum Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut kommt, wodurch man sich in der Früh wie gerädert fühlt (s.u.).

Studien haben ergeben, dass etwa 10 Prozent der Menschen eine chronische Insomnie aufweisen, wobei die Ein- oder Durchschlafstörungen und die folgende Tagesmüdigkeit ihren Alltag signifikant beeinträchtigt. Vor allem langfristigen Schlafstörungen bleiben nicht ohne Gesundheitsfolgen, so nimmt das Risiko für Depressionen sowie für Infarkte deutlich zu. Besonders der Tiefschlaf in der ersten Nachthälfte ist wichtig, denn danach werden die Tiefschlafphasen kürzer und seltener, dafür häufen sich Phasen leichteren Schlafs und REM-Traumschlaf. Das Gehirn registriert Tiefschlaf-Defizite und bewirkt in den nächsten Schlafperioden einen Ausgleich, notfalls auf Kosten der leichteren Schlafstadien, denn in der Nacht nach einem Schlafentzug kommt es zu einer Zunahme von Zahl und Dauer der Tiefschlafphasen. Nach Untersuchungen von Michael Wiegand (TU München) ist der Tiefschlaf besonders für das deklarative Gedächtnis wichtig - also um Vokabeln, Fakten oder Jahreszahlen zu behalten. Dagegen werden prozedurale Lerninhalte wie manuelle Fertigkeiten und Gewohnheiten, aber auch stark emotional gefärbte Informationen, vor allem im REM- oder Traumschlaf verfestigt. Im Alter nimmt außer dem Traumschlaf auch der Tiefschlaf ab und es bleiben vor allem die mittleren, leichteren Schlafstadien übrig, wobei diese Abnahme bei Männern noch deutlicher ausgeprägt ist als bei Frauen. Übrigens: neben Kaffee stört auch Alkohol den Tiefschlaf.

Kleiner Exkurs: Das Schlaf-Apnoe-Syndrom

Etwa dreißig Prozent aller Erwachsenen schnarchen im Schlaf, was in den meisten Fällen kein gesundheitliches Risiko darstellt. Häufig berichtet der Partner/die Partnerin von diesen unregelmäßigen Atempausen, die der Betroffene selbst nicht bemerkt. Der Begriff Schlaf-Apnoe beschreibt daher eine Atempause während des Schlafes mit einer Dauer über zehn Sekunden, wobei als krankhaft mehr als zehn solcher Pausen in der Stunde gelten. Etwa vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen sind davon betroffen, vorzugsweise übergewichtige Menschen nach dem 40. Lebensjahr. Beim obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom sind die oberen Atemwege verengt, wobei im Schlaf die oberen Luftwege in Höhe des Rachens erschlaffen, die Aktivität der Atemmuskeln aber erhalten bleibt, sodass der Betroffene schnarcht. Die zunehmende Erschlaffung der Atemwege kann aber schließlich zu einer kompletten Verlegung der Luftströmung beim Einatmen führen, wodurch es zu einem Atemstillstand kommt, d.h., zu einer Sauerstoffunterversorgung. Dadurch wird der Betroffene geweckt und schnappt nach Luft. Die Folgen können psychischer Art sein (Stimmungsveränderungen bis hin zur Depression) und körperlicher Art (Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen). Sie entwickeln sich unter anderem durch Dauerstress, der durch die nächtlichen Weckreaktionen ausgelöst wird.


Ursachen von Schlafstörungen

Die häufigste Ursache von Schlafstörungen ist weder Stress noch nächtlicher Lärm, sondern meist die persönliche Einbildung, man schlafe zu wenig. So wurde früher auch von Fachleuten geraten, dass Erwachsene unbedingt acht Stunden Schlaf brauchen. Tatsächlich variiert die optimale Schlafdauer aber interindividuell, denn manche Menschen kommen mit vier oder noch weniger Stunden aus, andere sind unausgeschlafen, wenn sie weniger als acht Stunden geruht haben. Eine Langzeitstudie der University of California (San Diego), die die Schlafgewohnheiten von mehr als einer Million Amerikaner erfasste, hat zwar gezeigt, dass Menschen mit sechs- bis siebeneinhalb Stunden Schlaf die höchste Lebenserwartung haben, doch ist der Unterschied zu jenen, die mindestens viereinhalb Stunden angaben, kaum der Rede wert. Vermutlich leben aber Menschen, die von neun Stunden und mehr Schlaf berichten, generell ungesünder, denn Vielschläfer sind häufig von Arbeitslosigkeit, Depression und chronischen Krankheiten betroffen. Vielschläfer haben darüber hinaus ein fast doppelt so hohes Risiko, in Unfälle verwickelt zu sein wie Durchschnittsschläfer. Weit verbreitet ist auch der Irrglaube, wer tagsüber schläfrig wird, leide notwendigerweise unter Schlafenmangel. Gelegentliche Schläfrigkeit ist wie gelegentliches Hungergefühl aber ein gesundes Zeichen.

Routine bei den Schlafenszeiten stabilisiert die Schlaffähigkeit sowie den individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus. Schichtdienst-Berufe wie Krankenschwestern, Piloten, Kellner kennen regelmäßige Schlafenszeiten nicht, wobei dieser dauernde Wechsel der Schlafzeiten bei manchen zu psychischen und auch somatischen Störungen führen kann. Für solche Berufsgruppen heißt es oft Vorschlafen oder Schlaf nachholen, was in gewissem Maße möglich ist, aber auch diese Fähigkeit ist individuell recht verschieden ausgeprägt.

Bei vielen "Schlafstörungen" bestehen demnach unrealistische Erwartungen an die Schlafdauer und -qualität. Zunächst sollte man überlegen, in wie vielen Nächten pro Woche man wirklich schlecht schläft. Ist es wirklich jede Nacht oder gibt es auch gute Nächte? Kann es vielleicht sein, dass man auch schon geringe Schlafstörungen überbewertet? Viele Menschen sind der irrigen Meinung, dass eine bestimmte Menge Schlaf - z.B. acht Stunden - sein müssten, weil man sonst krank würde.

Bei älteren Menschen ist es z.B. normal, dass sie mehrmals pro Nacht kurz wach werden. Wenn man sich tagsüber wohlfühlt, sollte man gelegentliche Ein- und Durchschlafstörungen nicht als gesundheitliches Gefährdung ansehen. Übrigens: Die Volksweisheit, dass der Schlaf vor Mitternacht am wichtigsten ist, kann die Wissenschaft nicht bestätigen. Diese Annahme beruht vermutlich darauf, dass früher die erste Hälfte des Schlafes, also der wichtige Tiefschlaf, auf Grund des Tagesrhythmus vor Mitternacht stattfand.

Stimulus-Kontrolltherapie

Ziel dieses Verfahrens ist es, dass das Zubettgehen wieder mit angenehmen Gefühlen und der Erfahrung einschlafen zu können, assoziativ verbunden wird. Viele Schlafgestörte versuchen verzweifelt einzuschlafen, wollen den Schlaf erzwingen und geraten so immer mehr in einen Zustand von Ärger und Erregung. Oft führt schon das Betreten des Schlafzimmers, spätestens das "Sich-ins-Bettlegen" wie bei einem trainierten Reflex zu vollständiger Wachheit. Das Bett wirkt dabei als Signal für die über lange Zeit gemachten Erfahrungen, in ihm nicht schlafen zu können, wach zu liegen, zu grübeln und sich zu ärgern.

Bei der Stimuluskontrolltherapie geht es darum, folgende Regeln einzuhalten:

  • Das Zubettgehen ist nur erlaubt, wenn man müde ist und glaubt, einschlafen zu können
  • Das Bett ist nur zum Schlafen oder für sexuelle Aktivitäten da. Es darf im Bett nicht gelesen, gearbeitet, ferngesehen oder gegessen werden
  • Bei Einschlafschwierigkeiten sollten nach einer festgelegten Zeit (15 Minuten!) Bett und Schlafzimmer verlassen werden. Erst bei ausreichender Müdigkeit mit dem Gefühl, wieder schlafen zu können, darf man erneut zu Bett gehen
  • Morgens immer zur gleichen Zeit aufstehen, unabhängig von der Schlafqualität der vergangenen Nacht

Schlafrestriktionstherapie

Dieses Verfahren zielt darauf ab, das Fehlverhalten bei Schlafstörungen, das sich mit der Zeit bei langdauernden Schlafstörungen eingeschlichen hat, zu korrigieren. Dazu gehört auch z.B. wieder zu "verlernen", länger als erforderlich im Bett zu bleiben, um dadurch mehr Schlaf zu bekommen. Vorher wird vom Patienten ein Schlafprotokoll geführt, das häufig sehr schnell das Missverhältnis zwischen der wirklichen Schlafzeit und der im Bett verbrachten Zeit verdeutlicht. Diese Methode ist sehr anstrengend und verlangt den festen Willen zur Mitarbeit von Seiten des Betroffenen. Viele können es nur umsetzen, wenn sie Urlaub haben und vorübergehende Einschränkungen ihrer Befindlichkeit am Tage in Kauf nehmen können.

Dabei soll der Schlafgestörte seinen Aufenthalt im Bett auf die Zeit begrenzen, die er glaubt in den letzten Nächten wirklich geschlafen zu haben. Er darf aber wenigstens viereinhalb Stunden schlafen. Tagesschlaf ist nicht erlaubt, so dass zu Beginn Müdigkeit und Schlafdruck zunächst deutlich zunehmen. Wenn der Patient über mehrere Nächte in der Woche zumindest 85% seiner im Bett verbrachten Zeit schläft, darf er eine Viertelstunde länger im Bett bleiben. In dieser Weise wird so lange verfahren, bis er die für ihn individuell richtige Schlafzeit erreicht hat.

Prävention vor Schlafstörungen

Es empfiehlt sich, bereits am Nachmittag eine halbe Stunde Zeit zum Reflektieren des Tagesgeschehens zu nehmen, etwa indem man sich fragt: "Wie war der Tag heute?" "Was habe ich für die nächsten Tage vor?" Stellt man sich solche Fragen erst abends im Bett vor dem EInschlagen, dann wird dieses zur Qual. Hat man einmal die Angst vor dem Nichtschlafenkönnen verinnerlicht, dann wird das Bett zum unbesiegbaren Gegner!

Hausmittel gegen Schlafstörungen

Die Hausmittel der früheren Generationen waren etwa eine Tasse Tee mit Baldrian oder Zitronenmelisse, ein Glas warmer Milch mit Honig oder Anis, aber auch saure Milch zum Abendessen sollte gegen Einschlafprobleme helfen. Geradezu Wunder wirken sollen auch Zwiebeln in Milch aufgekocht oder roh zu sich genommen. Auch nach einem Glas Bier soll der Schlaf kommen, da Hopfen müde macht. Man kann die Wirkung des Hopfen noch verstärken, indem man das Bier erwärmt und es mit etwas Honig süßt. Aus der Kneippkur stammen kalte Ganzkörperwaschungen, nach denen man sich ohne abzutrocknen ins Bett legt. Auch kalte Wadenwickel oder Arm- und Kniegüsse werden empfohlen. Ein altes Hausmmittel ist auch ein mit Rosenöl benetzter Wattebausch, den man neben das Kopfkissen legt. In manchen Naturläden findet man Polster mit Brennnesselblättern oder Säckchen gefüllt mit Hopfen, Johanniskraut und Lavendel. Diese legt man auf die Brust oder unter den Kopf, sodass durch die Wärme des Körpers beruhigende Düfte freigesetzt werden. Inwieweit hier Placeboeffekte wirksam werden, mag dahingestellt bleiben, solange es tatsächlich hilft …

Schlafmittel

Schlafmittel sorgen nur kurzfristig für besseren Schlaf, aber sie lösen in der Regel das Problem des Einschlafens nicht und bergen immer auch die große Gefahr der Abhängigkeit. Selbst wenn sich keine körperliche Sucht aus der regelmäßigen Einnahme entwickelt, kann sich die Psyche schnell an die Medikamente gewöhnen, denn es entwickelt sich allmählich die Überzeugung, ohne Tablette nicht mehr schlafen zu können, was in der Regel neue Schlaflosigkeit verursacht - der berühmte Teufelskreis stellt sich ein. Dieses psychische Suchtrisiko bergen nicht nur die chemischen Schlafanbahner sondern auch Naturpräparate wie Baldrian, Zotronenmelisse oder Hopfen.
Barbiturate waren früher das Hauptmedikament, doch werden sie wegen Suchtgefahr, Gewöhnungseffekt und atembehindernder Wirkung kaum noch verwendet. Sie gehören zu den schlaferzwingenden Mitteln und verändern den natürlichen Schlafablauf stark und können bei Überdosierung und gleichzeitigem Alkoholgenuss sogar lebensbedrohlich werden. Die Wirkung der Benzodiazepine lässt bei täglichem Schlafmittelgebrauchs in der Wirkung nach, es werden immer mehr Tabletten notwendig, um dieselbe Wirkung zu erzielen und der Schlafgestörte entwickelt eine Tablettenabhängigkeit. Wenn Schlafmittel über eine längere Zeit eingenommen wurden, müssen sie nur ärztlicher Aufsicht langsam abgesetzt werden, um die Entzugssymptomatik und die Absetz-Schlaflosigkeit (Rebound-Effekt) - die Schlaflosigkeit tritt sofort nach Absetzen der Tabletten wieder auf, häufig sogar verstärkt.

Zwar ist das Suchtrisiko bei den neuesten Wirkstoffen nicht mehr so hoch wie bei früheren, dennoch sollten Medikamente nie über einen längeren Zeitraum hin eingenommen werden. Schlafmittel sind Psychopharmaka, wirken also im Gehirn und verändern dort einige Regelkreise, wie etwa die Benzodiazepine, die massiv in die Gehirnchemie eingreifen und schnell abhängig machen. Oft werden auch niedrig dosierte Antidepressiva verschrieben hat, die aber mehr Nebenwirkungen als die neueren Schlafmittel zeigen. Neuere Medikamente erzwingen zwar wie die härteren Drogen den Schlaf nicht, sondern bahnen ihn nur an, sodass das Einschlafen leichter gelingt. Doch auch diese Substanzen greifen in die natürliche Schlafchemie ein, indem sie die Gehirnaktivität herunterregeln, indem sie den körpereigenen Botenstoff Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) und dessen schlaffördernde Wirkung verstärken Chemische Eingriffe in den natürlichen Schlafablauf haben immer Nebenwirkungen, so etwa fühlt man sich am nächsten Tag manchmal unkonzentriert, schwindelig oder schläfrig, das Reaktionsvermögen ist eingeschränkt, was etwa beim Autofahren gefährlich ist. Chemischen Substanzen verschlechtern die Architektur des Schlafes, denn die stärkeren Schlafmittel unterdrücken den erholsamen Tiefschlaf und auch die REM-Phasen. Antidepressiva, verkürzen besonders die REM-Phasen, verändern jedoch nicht den etwa für das Lernen wichtigen Tiefschlaf.

ADHS und Schlafprobleme

Kinder und Erwachsene mit ADHS leiden oft unter Schlafproblemen, wobei diese meist täglich aufteten. Die Betroffenen sollten rechtzeitig mit dem Bett gehen beginnen, wobei Schlafenszeitroutinen, gleichmäßige Abläufe und ihre konquente Durchführung wichtig sind. Günstig für solche Rituale sind auch entspannende Aktivitäten, wie ein Bad nehmen, Lesen, Meditieren oder sogar Fernsehen, solange keine zu starken Eindrücke entstehen. Zum optimalen Schlaf gehören natürlich die richtige Temperatur sowie eine gute Matratze, die alle Geräusche vermindert. Kinder und Erwachsene mit ADHS reagieren nämlich äußerst empfindlich auf kleinste Störungen. Auch Gerüche wie Lavendel, Baldrian, Johanniskraut in Duftkissen können solche Rituale verstärken.

Regeln der Schlafhygiene

Falsche Vorstellungen von gesundem Schlaf können unter Umständen zu Schlafstörungen führen. Deswegen ist eine umfassende Information über den gesunden und gestörten Schlaf von großer Bedeutung.

  • Einhalten der individuellen Schlafmenge Nicht länger als notwendig im Bett bleiben, d.h. nicht wach im Bett herumliegen. Auch durch längeres schlafen wird der Schlaf oberflächlicher, häufiger durch Erwachen unterbrochen und weniger erholsam. Verbringen Sie also nicht zuviel Zeit im Bett. Verkürzen Sie eher noch die Zeit, die sie dort verbringen. Die Zeit im Bett wird dann meist effektiver mit Schlaf gefüllt. Die Schlafdauer ist nicht so ausschlaggebend für die Erholung.
  • Einhalten regelmäßiger Schlafzeiten Möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und &endash; auch bei Müdigkeit- morgens pünktlich aufstehen. Keine veränderten Schlafzeiten am Wochenende oder im Urlaub zulassen, denn regelmäßige Schlafzeiten stabilisieren die Schlaffähigkeit und den Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Kein Tagesschlaf Tagsüber nicht schlafen, denn dies vermindert den Schlafdruck für die kommende Nacht.
  • Angenehme Schlafbedingungen Das Schlafzimmer sollte so angenehm und gemütlich wie möglich gestaltet sein, ohne Gegenstände, die an den Beruf oder seelische Belastungen erinnern. Achten Sie darauf, dass Schlafzimmer und Bett schlaffördernd sind. Raumtemperatur, Lichtverhältnisse und Lärmpegel können den Schlaf erheblich beeinflussen. Ebenso ist auf Bett und Bettwäsche zu achten. Hier sind oft individuelle Gewohnheiten auschlaggebend. Bett nur zum Schlafen benutzen, denn unser Körper stellt im Laufe der Entwicklung einen Zusammenhang zwischen dem Aufenthalt im Bett und dem Schlafzustand her (Konditionierung). Er reagiert dann sozusagen automatisch auf das Zubettgehen mit erhöhter Einschlafbereitschaft. Aus diesem Grund sollten Sie im Bett weder arbeiten, noch fernsehen oder essen, sonst verlernt unser Körper, dass das Bett mit dem Schlaf gekoppelt sein soll.
  • Mit einem beruhigenden Duft in die Nacht Man stellt ein Fläschchen eines beruhigenden Dufts mit einem Taschentuch auf den Nachttisch. bevor man sich ins Bett begibt, tropft man einen Tropfen auf das Taschentuch und schnuppert den Duft. Mit einem solchen beruhigenden Duft wie Lavendel, Vanille, Zimt oder Anis kann man leichter und entspannter einschlafen!
  • Ausgeglichene Ernährung Eine leicht verdauliche Mahlzeit am Abend erleichtert das Einschlafen, Hunger ist ebenso schädlich wie fette, scharf zubereitete Speisen.
  • Koffeinkarenz Anregende Getränke oder Speisen aber auch Medikamente können den Schlaf natürlich stören, der ohne Entspannung nicht möglich ist. Die Störung ist um so größer, je kürzer sie vor dem Schlafengehen genommen werden. Der Genuss koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola sollte nach 17 Uhr vermieden werden.
  • Alkohol- und Nikotinkarenz Abendlicher Alkoholgenuss ist untersagt, Nikotingenuss sollte so weit wie möglich eingeschränkt werden.
  • Regelmäßige sportliche Betätigung am Vormittag oder Nachmittag, jedoch nicht kurz vor dem Schlafengehen, sollte ein Bestandteil des Lebens jedes Schlafgestörten werden. Das fitnessstärkende, regelmäßige körperliche Training verbessert den Schlaf, gelegentlicher zu intensiver Sport wirkt dagegen schlafstörend.
  • Entspannende Abendgestaltung Tätigkeiten, die innere Erregung und Ärger verursachen, sollten abends vermieden werden. Arbeiten bis kurz vor dem Zubettgehen und intensive Diskussionen, z.B. mit dem Partner über Probleme, führen oft zu unbewusster innerer Anspannung, die das Einschlafen erschwert.
  • Sport spätestens am späten Nachmittag Sport am Abend kann eine aktivierende Wirkung haben, die das Einschlafen verzögert. Andererseits benötigen wir aber körperliche Bewegung für unsere Gesundheit. Deswegen am Abend keinen Sport bis zur Erschöpfung treiben, aber schon auch körperlich aktiv sein.
  • Individuell ausgerichtete Regelanwendung Der Alltag sollte gerade in den Punkten umgestellt werden, bei denen das Verhalten am weitesten von den Empfehlungen abweicht.
  • Aufwachen zum richtigen Zeitpunkt Hier helfen manchen Menschen Schlafphasenwecker, die individuelle Weckschwelle zu finden und zum richtigen Zeitpunkt zu wecken.
  • Regelmäßiger Tagesrhythmus. Die täglichen Aktivitäten und vor allem die Einnahme von Mahlzeiten sollten möglichst regelmäßig und zur gleichen Zeit erfolgen. Wenn Sie sich an einem gleichmäßigen Takt halten, kann sich Ihr Körper besser auf den Schlaf vorbereiten.
  • Mittagsschlaf dann vermeiden, wenn Einschlafstörungen vorliegen. Ansonsten ist eine kurze (max. 30 Minuten) Mittagsruhe gesund und sollte, wann immer sich die Möglichkeit ergibt, eingehalten werden.
  • Appetitzügler regen unser Nervensystem an und sorgen damit für einen schlechteren Schlaf. Einschlafen und tiefer Schlaf sind betroffen.
  • Abendmahlzeiten. Durch die erhöhte Verdauungstätigkeit wird der Organismus durch späte und schwere Mahlzeiten belastet und somit das Schlafen gestört. Vor allem das Durchschlafen in der Nacht ist hier betroffen.
  • Tagebuch führen. Schreiben Sie sich vor dem Schlafengehen nieder, was Sie am nächsten Tag erledigen wollen, auch unerledigte Probleme des abgelaufenen Tages. Nun legen Sie das Geschriebene zur Seite.
  • Zubettgehenritual Möglichst immer das gleiche Ritual zum Einschlafen einhalten. Hier wird dem Körper signalisiert, dass bald geschlafen werden soll. Einschlafen. Entspannen, leichte Musik hören, nicht grübeln, sondern an schöne Erinnerungen denken.
  • Wachliegen Wenn man nachts im Bett liegt und nicht schlafen kann, schon unruhig wird, sollte man aufstehen und etwas tun (z.B. aufräumen oder etwas lesen). Auch kleine Zwischenmahlzeiten oder Getränke einnehmen ist möglich. Erst wieder ins Bett gehen, wenn Müdigkeit zu spüren ist. Wenn man nachts wach im Bett liegt, kann man sich auch sagen: "wie schön, dass ich noch nicht aufstehen muss" und das entspannte Liegen genießen.
  • Grüben Die Gedanken, die einem beim Wachliegen nachts kommen, sind meist ausgesprochen belastend. Unsere innere Uhr lässt uns zu dieser Zeit in ein Leistungs- und Stimmungsloch rutschen. Aus diesem Grunde keine Probleme lösen wollen, lieber an angenehme Erinnerungen denken.
  • Einschlafzeitpunkt – Aufwachzeitpunkt Falls man zu einer bestimmten Zeit (fast immer) nicht einschlafen kann, sollte man versuchen, eine halbe Stunde früher oder später zu Bett zu gehen. Wir werden von einem 90 Minuten Aktivitätsrhythmus gesteuert und vielleicht versuchen wir gerade zu einem "wachen" Zeitpunkt einzuschlafen. Entsprechendes gilt für das Erwachen. Fällt es besonders schwer zu einer bestimmten Zeit zu erwachen, dann den Wecker eine halbe Stunde früher (oder später) stellen.
  • Medikamentesollte man nur in Absprache mit dem Arzt nehmen. Vor einer medikamentösen Behandlung sollten erst die nicht-medikamentösen Verfahren ausprobiert werden (Schlafhygiene, Verhaltenstherapie). Falls doch eine medikamentöse Behandlung erforderlich ist, sollte diese immer von einem nicht-medikamentösen Verfahren begleitet werden. Vor allem aber sollten Schlafmittel nicht ununterbrochen eingenommen werden, nach drei bis vier Wochen eine ebenso lange Pause einlegen.

    Quelle: arbeitsblätter
 

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